Meilen sammeln

Bewertung:
3.8 von 5 Sterne
Produziert:
2021
Land:
Deutschland
Regie:
Franziska Stünkel
Darsteller:
Devid Striesow, Luise Heyer, Lars Eidinger, Andreas Schröders, Victoria Trauttmansdorff
Studio:
Alamode Film
Genre:
Neuheiten
Freigabe:
FSK 12

Nahschuss


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Der junge Franz Walter (Lars Eidinger) hat gerade an der Humboldt-Universität promoviert, als er ein attraktives Angebot vom Auslandsnachrichtendienst der DDR erhält. Geblendet von den vielen Vorzügen, die der neue Job mit sich bringt, nimmt Franz das Angebot an. Gemeinsam mit seiner Freundin Corina (Luise Heyer) genießt er zunächst das neue Leben. In seinem Vorgesetzten Dirk (Devid Striesow) findet Franz einen ihm wohlgesinnten Mentor, der ihm während der gemeinsamen Auslandseinsätze in der BRD mit Rat und Tat zur Seite steht. Zunächst scheinen Franz' Missionen lediglich dem Informationsbedarf der DDR zu dienen, doch dieser wird bald größer und monströser. Als Franz bei seinen Arbeitsaufträgen plötzlich zu Mitteln greifen muss, die er nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren kann, entschließt er sich auszusteigen, doch der Geheimdienst will ihn nicht gehen lassen. Bald ist Franz bereit alle Grenzen zu überschreiten - und alles zu riskieren. Franz' Überlebenskampf gegen ein erbarmungsloses System beginnt...

Mit 'Nahschuss' (2021) gelingt Filmemacherin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel ('Vineta') ein eindringliches Spielfilmdrama über die Todesstrafe in der DDR. Angelehnt an das Leben des Dr. Werner Teske, der 1981 als letzter Mensch in der DDR zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, erzählt sie in herausragenden Bildern die bestürzende Geschichte eines Mannes, der in die Mühlen eines Unrechtssystems gerät und daran zerbricht. Zu großen Teilen an Originalschauplätzen gedreht, inszeniert Stünkel mutig und radikal. Durch große Ruhe erzeugt sie eine Intensität und emotionale Dichte, die einem den Atem raubt. Dabei steht der Tiefe und Komplexität in dem starken Spiel von Lars Eidinger (siehe u.a. 'Alle Anderen' oder 'Persischstunden') die nuancierte und überzeugende Darstellung von Luise Heyer (aus 'Das schönste Paar') und Devid Striesow ('Ich bin dann mal weg') in nichts nach. Diesem Film gelingt es, Licht in ein wichtiges Stück deutscher Geschichte zu bringen, das national wie international kaum bekannt ist.

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